Ein Konzept, das individuelles Wohnen und Aufgehobensein in einer Gemeinschaft verbindet


 Das Konzept „NAWO - Nachbarschaftliches Wohnen nach der Lebensmitte» eignet sich für jene zukünftigen oder jüngeren Seniorinnen und Senioren, Paare oder Alleinstehenden, die bewusst ihre Wohnsituation verändern möchten (z.B. durch den Verkauf des zu gross gewordenen Hauses, der zu grossen Wohnung) und gleichzeitig nach einer neuen, den heutigen und zukünftigen Gegebenheiten angepassten Lebensform suchen.

Abweichend von den in den Altersleitbildern bereits vorhandenen Angeboten basiert die Philosophie von NAWO auf Eigeninitiative, Eigenfinanzierung, Eigenverantwortung und will Menschen ansprechen, die bereit und in der Lage sind, auf einer Ebene von verbindlicher Nachbarschaftshilfe ein internes Netzwerk zu schaffen, das es dem/der Einzelnen ermöglicht, im höhern Alter – mit Unterstützung der üblichen externen Dienste wie Spitex, Mahlzeitendienst etc. – eventuell ganz auf einen Altersheimplatz zu verzichten. Gleichzeitig heisst das Motto «unabhängig, aber nicht allein» und schliesst so automatisch die drohende Vereinsamung im Alter aus.

Es ist ein Mittelstandsprojekt und verzichtet bewusst auf staatliche Unterstützung, denn nur aus Eigeninitiative, Eigenfinanzierung und Eigenverantwortung kann Selbstbestimmung entstehen.

Auf Schönberg-Ost, einem Baufeld der Burgergemeinde Bern, haben private Optimisten in einer neuen Überbauung ihr «Nachbarschaftliches Wohnkonzept für die Zeit nach der Lebensmitte» realisiert. Es ist ein Haus entstanden mit neun unterschiedlich grossen, altersgerechten, d.h. barrierefreien Wohnungen mit je einem grossen Balkon sowie einem Gemeinschaftsraum („Club 13“) mit Balkon und Gartensitzplatz.

 


Was kann der/die Einzelne von der NAWO-Wohnform erwarten?

- Respektierung und Wahrung der Privatsphäre und des Anspruchs auf Individualität, aber auch
- «Zugehörigkeit», Lebendigkeit, Sicherheit und damit auch
- Vermeidung von Vereinsamung im Alter
- Unterstützung im Alltag, Hilfe im Notfall und dadurch
- die Chance, sehr lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können

 


Was kann der/die Einzelne bei NAWO einbringen?

- Reife und Lebenserfahrung, Toleranz, Respekt, Empathie für die andern und den Willen zur
  Gestaltung einer grundsätzlich positiven Ambiance
- Verantwortung für das Funktionieren des Ganzen, entsprechend der individuellen fachlichen
  Kompetenzen und Ressourcen
- Kraft und Zeit für Nachbarschaftshilfe innerhalb eines selbst bestimmten Rahmens
- Die Bereitschaft, Mehrheitsentscheide in jedem Fall zu akzeptieren und mitzutragen und im
  Interesse des Ganzen die eigenen Bedürfnisse und Wünsche auch mal zurückzunehmen

 


Finanzierung, Rechtsform

- Das Bauland wurde von der Burgergemeinde im Baurecht abgegeben.
- Die Wohnungen wurden individuell im Stockwerkeigentum erworben
- Der Gemeinschaftsraum ist gemeinsamer Besitz und somit integrierender Bestandteil der
  einzelnen Wohnungen